Berlin/München/Heidelberg, 19. September 2018 - Seit Dietrich Fischer-Dieskaus epochaler Aufnahme in den 1970er Jahren hat es keinen Sänger mehr gegeben, der sich dem gesamten Liedschaffen Robert Schumanns in einer solchen Ausführlichkeit gewidmet hat. Als einer der bedeutenden Liedsänger unserer Zeit gepriesen, beginnt Christian Gerhaher mit dem im Herbst erscheinenden Album „Frage” die Gesamtaufnahme aller Lieder Robert Schumanns – für ihn die Erfüllung eines lange gehegten Traumes und „das wahrscheinlich wichtigste Projekt in meinem Leben“, wie er betont.
Begleitet wie immer von seinem kongenialen Klavierpartner Gerold Huber, wird er den überwiegenden Teil der Lieder selbst singen – für die anderen Partien, Duette und Ensembles hat Christian Gerhaher eng vertraute Sängerkolleginnen und -kollegen eingeladen, die zu den Besten ihres Fachs gehören, darunter Camilla Tilling, Julia Kleiter, Sibylla Rubens, Wiebke Lehmkuhl und Martin Mitterrutzner.

Das Gesamtprojekt wird 10 CDs umfassen, die im Jahr 2020 komplett in einer Edition erscheinen sollen. Die Konzeption des Projektes liegt in den Händen von Christian Gerhaher. Neben dem Label Sony Classical, dem Christian Gerhaher vom Beginn seiner Karriere als Exklusivkünstler verbunden ist, konnten als Koproduktionspartner dieses aufwändigen Unterfangens langjährige Partner Christian Gerhahers gewonnen werden, die das Projekt auch medial unterstützen werden: Der Bayerische Rundfunk und das vom Festival Heidelberger Frühling initiierte Internationale Liedzentrum, dessen Ziel es ist, die Aktualität des Liedes ins Bewusstsein von Künstlern, Veranstaltern und Publikum zu rücken.

In dem im November 2018 erscheinenden Album „Frage“ stellt er wie schon bei den 2004 und 2007 aufgenommenen Schumann-Alben „Dichterliebe” und „Melancholie“ einen zentralen Liedzyklus in den Mittelpunkt: Die Zwölf Gedichte nach Justinus Kerner op. 35, die hier mit den Zyklen op. 49 und op. 89 sowie mit den Sechs Gesängen op. 107 und den Vier Gesängen op. 142 verbunden werden. Das Vorgehen Robert Schumanns, auch aus scheinbar nicht zusammenhängenden Vorlagen eine zyklische Idee oder, wie es Christian Gerhaher beschreibt, die „lyrische Dramaturgie“ zu entwickeln, die die „Zweiheit von Text und Musik durch eine poetische Idee mit gemeinsamer Bedeutung überw.lbt“, fasziniert Gerhaher zunehmend am Schaffen des von ihm hochgeschätzten Komponisten und so war es mehr als folgerichtig, seine Interpretationsarbeit nun mit dem nach „Dichterliebe“ op. 48 und dem „Liederkreis nach Joseph Eichendorff“ op. 39 dritten großen Zyklus Schumanns fortzusetzen.
Ähnlich der „Dichterliebe“ steht bei den Kerner-Liedern – für Gerhaher das konzeptionell gewagteste Werk – auch ein (hier allerdings von Schumann nur vorgestellter) Protagonist im Mittelpunkt der hochromantischen Erzählung von Liebe, Abschied und Untergang, einfühlsam gestaltet von Gerhaher und Huber, die ihrer Maxime folgen, das Werk als Ganzes und als Einzelnes im Ganzen im Raum stehen zu lassen wie einen Kristall, der Klänge, Emotionen und Gedanken in verschiedene Richtungen reflektiert.

„Frage“ wird am 16. November erscheinen und in einem exklusiven Studiokonzert im Bayerischen Rundfunk am 20. November 2018 präsentiert, in dessen Rahmen Christian Gerhaher und Gerold Huber nicht nur Auszüge aus dem Album darbieten, sondern auch in einer Gesprächsrunde mit den Koproduktionspartnern das gesamte Schumann Projekt vorstellen und diskutieren werden.